Fakten zur Gelsenplage in den March-Thaya-Auen

Höchste Gelsendichte
Die Thaya- und Marchauen zählen zu den Gebieten mit der höchsten Gelsendichte. Gelten allerorts schon 500 bis 800 Anflüge pro Minute als Katastrophe, wurden 1997 in Rabensburg 1.500 (!!) Anflüge pro Minute gezählt.
Quelle: Wiener Zeitung

Trägerorganisation
Das Land NÖ hat den Regionalverband March- Thayaauen 2006 zur Trägerorganisation der Gelsenregulierung ernannt und diesem eine Förderung von 110.000 Euro zugesagt. Bei diesem Gemeindeverband liegt nun die alleinige Verantwortung für die Koordination und Durchführung von Gelsenregulierungsmaßnahmen.
Quelle: APA-OTS zur Gelsenregulierung in den March- und Thayaauen

Hauptverantwortlicher
Der Hauptverantwortliche für die Bekämpfung der Gelsenplagen entlang March und Thaya ist der "Gelsen-Projektleiter" Robert Freitag, Bürgermeister von Hohenau. Vorsitzender des Regionalverbandes March-Thaya-Auen ist der Vizebürgermeister von Hohenau, Wolfgang Gaida.
Quelle: Rathaus aktuell 5-6/2010 von Hohenau

Wertminderung
Nicht nur die Lebensqualität von Menschen leidet unter Gelsenplagen, auch ein finanzieller Schaden ist durch die Wertminderung von Immobilien gegeben. Dies zeigen u.a. Medienberichte, wo potentielle Käufer nach ersten Erfahrungen mit der Gelsenplage vom Kaufvertrag wieder zurücktreten.
Quelle: Wiener Zeitung

Ökologie
90% der Überschwemmungsgelsen kommen aus dem Kulturland (Straßengräben, Entwässerungsgräben, Sümpfe durch Staunässe auf Wiesen und Feldern, Bausünden bei Errichtung von Dämmen sowie kurzfristige Tümpel nach Niederschlägen). Der ökologische Wert solcher Feuchtgebiete ist meist sehr gering. Eine wichtige Strukturanpassung wäre eine Trockenlegung dieser Wasserstellen.
Quelle: Stechmücken - ökologische Lösungen

Lockstoffe
Lockgefäße, die mit pflanzlichen Lockstoffen gefüllt sind und durch Barrieren ein Schlüpfen der Larven verhindern, können bei Haus-, aber auch bei Überschwemmungsgelsen ein zusätzliches Mittel zur Abwehr sein.
Quelle: Stechmücken - ökologische Lösungen

BTI
Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (BTI), dessen Stoffwechselprodukt zur Bekämpfung von Stechmücken seit 1987 in Deutschland am Oberrhein von der KABS eingesetzt wird. Obgleich ökologisch unbedenklich, ist seine Langzeitwirkung naturschutzfachlich nicht unumstritten.
Quelle: Wikipedia Stechmücken

Erfolge
Andere Regionen und Gemeinden erzielen bei der Gelsenregulierung große Erfolge. Am Oberrhein werden Gelsen seit 1976 erfolgreich reguliert (bis zu 95% weniger Gelsen). Auch die Region am Chiemsee und die GEBL Leithaauen bemühen sich um eine erfolgreiche Reduzierung. In der Gemeinde Hausleiten wird seit 2002 ein umweltverträgliches Regulierungskonzept umgesetzt, welches den Gelsenbestand um bis zu 90% verringert.
Quelle: Gemeindeblatt Hausleiten

Haubschraubereinsatz
Bisher scheiterte laut Aussagen der Verantwortlichen das Ausbringen von BTI am Fehlen einer flugrechtlichen Bewilligung. Seit November 2009 liegen nun alle flugrechtlichen Bewilligungen vor. Ende Mai 2010 wurde dann das vom Land NÖ bestellte wasserrechtliche Aufsichtsorgan in Frage gestellt.
Quelle: Bezirksblatt Mistelbach 26.05.2010

Kosten
2009 hat der Regionalverband March-Thayaauen ein Projekt zur Gelsenregulierung beschlossen. Die anfallenden Kosten betragen pro Gemeinde 4.500 bis 5.000 Euro, darin sind der Hubschraubereinsatz und die wasserrechtliche Betriebsaufsicht inkludiert.
Quelle: Bernhardsthaler Gemeindenachrichten 5/2009

Überschwemmungsgelse - Hausgelse
In der March- und Thayaregion gibt es ca. 25 Gelsenarten. Überschwemmungsgelsen (Gattung Aedes) machen bei den fliegenden Stechmücken 80% aus und sind bei Plagen mengenmäßig von Bedeutung. Hausgelsen (Gattung Culex) sind bei Gelsenplagen unbedeutend.
Quelle: Freilanduntersuchung an heimischen Stechmücken

Krankheitsüberträger
Stechmücken sind Krankheitsüberträger. In den March- und Thayaauen sind das West-Nil-Virus (grippeähnliche Sympthome) sowie das Usutu-Virus (Fieber und Hautausschläge) nachgewiesen. Auch das Chikungunyafieber sowie das Sindbis-Virus tritt in Europa bereits in Verbindung mit Stechmücken auf. In seltenen Fällen können Gelsen auch Borreliose übertragen.